
Das Wiener Hochquellwasser kommt aus den niederösterreichischen und steirischen Alpen direkt in den Wasserhahn. Dass eine Millionenstadt wie Wien vollständig mit Hochquellwasser versorgt wird, ist übrigens einzigartig auf der ganzen Welt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, haben wir die Wiener Trinkwasserversorgung sogar mit einer Verfassungsbestimmung geschützt.
Um die hohe Qualität des Trinkwassers zu garantieren, muss nämlich auch das gesamte Gebiet im Umfeld der Quellen geschützt werden. Besonders wichtig sind dabei der Schutz des Bodens und der Wälder. Um einen optimalen Schutz gewährleisten zu können, hat die Stadt Wien große Teile der Quellschutzgebiete in der Region Schneeberg, Rax und Hochschwab gekauft. Dabei steht nicht, wie bei anderen Forstwirtschaftsbetrieben üblich, der Holzertrag der Wälder im Vordergrund. Für die Stadt Wien ist es vorrangig, optimale Bedingungen für den Quellschutz zu schaffen. 225 MitarbeiterInnen der Stadt Wien kümmern sich um den Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Quellengebiete in den niederösterreichischen und steirischen Bergen.
Das gesamte von der Stadt Wien bewirtschaftete Quellschutzgebiet ist mit 32.500 Hektar übrigens fast so groß wie Wien selbst.
Das Wasser fließt in zwei unterirdischen Leitungen, der ersten und zweiten Hochquellenleitung im natürlichen Gefälle nach Wien. Es wird also keine einzige Pumpe und damit keine zusätzliche Energie benötigt, um das Trinkwasser aus den Alpen in die Stadt zu bringen. Ganz im Gegenteil: Das in den Hochquellenleitungen fließende Wasser erzeugt sogar soviel Energie, dass 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Das Wiener Trinkwasser ist auch deshalb besonders umweltfreundlich, weil kein Abfall anfällt, keine zusätzlichen Transportwege notwendig sind und keine Energie für Kühlung aufgewendet werden muss. Außerdem schont das Wiener Leitungswasser die Geldbörse: Der Preis von 1,30 Euro für 1.000 Liter ist völlig konkurrenzlos.
Noch immer glauben übrigens viele Wienerinnen und Wiener, dass es sich beim Leitungswasser im 21. und 22. Bezirk um kein Hochquellwasser, sondern Grundwasser handeln würde. Dieses Gerücht scheint sich seit vielen Jahren hartnäckig zu halten. Im Normalbetrieb wird jedoch die gesamte Stadt mit Hochquellwasser versorgt. Lediglich bei Wartungsarbeiten an einer der beiden Hochquellenleitungen und bei extrem hohem Wasserverbrauch in Hitzeperioden wird bei Bedarf Grundwasser beigemischt.
Von den Endpunkten der Hochquellenleitungen wird das Wasser über Hochbehälter in das städtische Rohrnetz eingespeist. Über dieses gelangt das Wasser schließlich in unsere Wohnungen und Häuser. Das gesamte Rohrnetz für die Wiener Wasserversorgung ist 3.289 Kilometer lang und umfasst über 100.000 Anschlussleitungen. Das Rohrnetz wird aus Sicherheitsgründen ständig kontrolliert und laufend erneuert. Trotz eines modernen Qualitätssicherungs- und Kontrollsystems können spontane Rohrgebrechen bei einer Netzlänge von fast 3.300 Kilometern nicht völlig ausgeschlossen werden. Wenn es einmal zu einem solchen Rohrgebrechen kommt, ist das Bereitschaftsteam der Wiener Wasserwerke sofort vor Ort und der Schaden wird rasch behoben.
In Wien werden täglich rund 375 Millionen Liter Wasser verbraucht. Allein im eigenen Haushalt verbrauchen jede Wienerin und jeder Wiener im Durchschnitt 130 Liter pro Tag.
Der Bereitschaftsdienst der Wiener Wasserwerke ist täglich 24 Stunden unter der Wiener Telefonnummer 59959 erreichbar. Das Bereitschaftsteam der Wiener Wasserwerke hat im Jahr rund 2.100 Einsätze zu erledigen. Bei der überwiegenden Anzahl dieser Einsätze handelt es sich um Routineeinsätze mit Maßnahmen, die nur geringe Auswirkungen auf Wasserversorgung oder Verkehr nach sich ziehen. Der europäische Durchschnitt der Anzahl von Rohrgebrechen liegt deutlich über dem Wert in Wien.
Zu größeren Gebrechen mit wesentlichen Verkehrsbeeinträchtigung kommt es in Wien nur in Ausnahmefällen. Oftmals spielt bei den Ursachen für solche Rohrgebrechen auch eine besonders große Verkehrsbelastung eine wichtige Rolle. Für alle Fälle hat ein rund um die Uhr anwesender Bereitschaftsingenieur oder eine Bereitschaftsingenieurin mit seiner/ihrer Mannschaft und Spezialisten in der Steuerzentrale jederzeit Zugriff auf Fachfirmen, die 365 Tage im Jahr zu jeder Tag und Nachtzeit sofort die Reparaturarbeiten ausführen. Im Durchschnitt sind die Einsatzkräfte in weniger als 15 Minuten vor Ort um Sperrungen und Absicherungen durchzuführen und mit der Behebung des Schadens zu beginnen.
Weitere wichtige Fakten, Tipps und Links zum Wiener Wasser gibt es hier:
http://www.wien.gv.at/wienwasser/fakten.html
Zur Trinkwasserqualität:
http://www.wien.gv.at/wienwasser/qualitaet/index.html
Die Wiener Wassercharta schützt das Trinkwasser für nachfolgende Generationen:
http://www.wien.gv.at/wienwasser/versorgung/charta.html
Quellenschutzwälder:
http://www.wien.gv.at/umwelt/wald/quellenschutzwaelder/index.html
Zur Hauptkläranlage
http://www.ebs.co.at