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Archiv für die Kategorie ‘Sauberkeit’

Do samma daham! Do ramma zamm!

Große Mitmach-Frühjahrsputzaktion startet in 8. Saison
Vom 22. April bis zum 5. Mai: Wien räumt auf – Mach mit!

„Do samma daham! Do ramma zamm!“ – unter diesem Motto steht die diesjährige Frühjahrsputzaktion der Stadt Wien, die heuer bereits zum 8. Mal über die Bühne geht. „Auch heuer laden wir wieder alle Wienerinnen und Wiener ein, mit uns gemeinsam zu putzen. Unsere Aktion hat schon Tradition, jährlich steigt die Teilnehmerzahl und auch das Bewusstsein für unsere saubere Stadt“, so Umweltstadträtin Ulli Sima, die sich schon auf den Auftakt am 22. April freut. Die Putzaktion schließt an die aktuelle Sauberkeitskampagne an, die seit März unter dem Titel „Wo samma daham? Halt die Straße rein wie dein Daheim!“ läuft. „Es geht uns bei all diesen Aktionen um die Selbstverantwortung der Wienerinnen und Wiener – so wie jeder auf ein sauberers zu Hause achtet, soll er/sie auch für Sauberkeit im öffentlichen Raum verantwortlich sein – denn Wien ist unser aller zu Hause und das wollen wir gemeinsam sauber haben!“, erläutert Sima.

MA 48 holt gesammelten Müll ab

Die Freiwilligen werden bei der gemeinsamen Putzaktion von der MA 48 ausgerüstet, der gesammelte Müll wird abgeholt und umweltgerecht entsorgt. Auch zahlreiche Prominente haben sich in den letzten Jahren in den Dienst der Putzsache gestellt – für den heurigen Auftakt am 22. April werden wieder etliche Promis erwartet, die gemeinsam den Besen schwingen.

Bilanz beeindruckend – über 15.000 Teilnehmer im Vorjahr

Seit 2006 beteiligen sich am gemeinsamen Putzen zahlreiche Kindergärten, Schulen, Vereine und viele Einzelpersonen: Im letzten Jahr waren es bereits über 15.070 Menschen in 414 Initiativen, die aktiv mitgemacht haben. Auch viele Bezirke beteiligen sich an den Aktionen und organisieren Putztermine. Seit Beginn der Aktion wurden insgesamt mehr als 140 Tonnen Müll mit einem Volumen von ca. 1.433 m³ gesammelt.

Anmelden bei der Gratishotline 0800/20 32 48

Die Bewusstseinsbildung – vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen – ist für Sima neben dem erhöhten Service-Angebot der MA 48 und den strengen Kontrollen der Sauberkeitsspielregeln durch die WasteWatcher ein wesentlicher Ansatz für eine saubere Stadt.

Freiwillige können die Reinigungs-Profis der Stadt heuer vom 22. April bis zum 5. Mai 2012 unterstützen. Ob mit Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen oder im Verein – mit wem, wann und wo gereinigt wird, steht auch heuer wieder völlig frei. Eine Anmeldung ist bei der kostenlosen Gratis-Hotline der MA 48 unter der Nummer 0800/20 32 48 (Montag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr) möglich. Die 48er stattet die Freiwilligen mit Materialien wie Warnwesten, Arbeitshandschuhen und natürlich Mistsäcken aus und kümmert sich selbstverständlich um den Abtransport des gesammelten Mists.

Auch unter Wasser wird wieder aufgeräumt

Aufgeräumt wird im Rahmen der Aktion auch unter Wasser, heuer an der Alten Donau. Am Samstag, 27. April suchen ab 10 Uhr mehr als 100 Taucherinnen und Taucher in der Alten Donau nach verborgenen “Schätzen” und eröffnen damit gleichzeitig die Tauchsaison 2013. Unterstützt werden die TauchsportlerInnen von der MA 45 – Wiener Gewässer, die mit Arbeitsbooten die aus dem Wasser geborgenen Gegenstände an Land bringt. Um die fachgerechte Entsorgung kümmert sich anschließend die MA 48.

Alle Infos zur großen Putzaktion auf auf www.abfall.wien.at oder www.facebook.com/die48er

“Wo samma daham?”

„Halt die Straße rein wie dein Daheim“: Die Sauberkeitskampagne der MA 48

„Wo samma daham?“ – eine berechtigte Frage, angesichts von ungustiösen Tschickstummeln und Hundekot am Gehsteig nach den Wintermonaten: Die MA 48 thematisiert in ihrer aktuellen Sauberkeitskampagne die Eigenverantwortung der Wienerinnen und Wiener. „Zu Hause schaut jeder drauf, dass es sauber ist, niemand haut die Tschick auf den Boden oder hätt gern Hundekot im Schlafzimmer! Im öffentlichen Raum lässt die Moral – gerade in den Wintermonaten – leider bei so manchem zu wünschen übrig – und das ist teuer!“, erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima die Hintergründe der aktuellen Kampagne, die seit 2 Wochen mittels Teaser für Aufsehen sorgt. Nun werden die sujets aufgelöst, dazu gibt es einen coolen Rapp, einen Kinospot, Inserate, Plakate und Citylights, alle mit der einhelligen Botschaft: „halt die Straße rein wie dein daheim!“

Großteil der WienerInnen hält sich an die Sauberkeitsspielregeln
Der enorme Ausbau des Servicveangebots, die stetige Weiterentwicklung bzw. Anpassung an die Bedürfnisse der Bevölkerung und letztendlich der Einsatz der WasteWatcher seit 5 Jahren sind die unbestrittenen Erfolgsfaktoren für die Sauberkeit in Wien. Das Gesamt-Paket wirkt, Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt. „Der Großteil der Wienerinnen und Wiener hält sich an die Sauberkeitsspielregeln. Und für jene, die noch immer nicht einsehen wollen, dass sie ihren Mist ordnungsgemäß entsorgen müssen, gibt es satte Strafen“, so Josef Thon, Chef der MA 48.

5 Jahre WasteWatcher wirken
“Es gibt in Wien längst keine Ausreden mehr. Es gibt 19 Mistplätze mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten, es gibt fast 3.000 Hundesackerlautomaten mit Gratis-Sackerl, es gibt 24.000 Papierkörbe mit 11.600 Aschenbechern und 2.200 freistehende Aschenrohre auf hochfrequentierten Plätzen auf den Straßen und Parks“, erläutert Sima. Die zahlreichen Problemstoffsammelstellen und die 206.000 Altstoffsammelbehälter in der ganzen Stadt runden das großartige Serviceangebot ab. Daher gibt es auch kein Verständnis für jene, die sich nicht an die Sauberkeitsspielregeln halten. Die WasteWatcher als Organe der öffentlichen Aufsicht kontrollieren diese Spielregeln und strafen bei Vergehen. Ein Organmandat kostet 36 Euro, bei Anzeigen kann es noch erheblich teurer werden. „Die Gelder sind zweckgebunden und werden natürlich für weitere Sauberkeitsmaßnahmen in der Stadt verwendet”, so Sima. Die WasteWatcher erfreuen sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit, über 85 Prozent der Wienerinnen und Wiener halten sie für eine gute Einrichtung. Seit Februar 2008 haben sie übrigens bereits über 28.500 Amtshandlungen getätigt

„Wo samma daham?“: Tschickstummel haben am Gehsteig nichts verloren!

Ein Sujet der neuen Kampagne widmet sich den Tschickstummeln, wo sich in den letzten Jahren ein erfreulicher Trend abzeichnet. Laut Umfragen und Hochrechnungen ist das Littering von Zigarettenstummeln in Wien im Zeitraum von 2005 auf 2012 um 31 % zurückgegangen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies eine Abnahme von 868 Mio. Zigarettenstummeln im Jahr 2005 auf 600 Mio. Stück 2012. „Dies ist insbesondere aufgrund der gleichzeitigen Zunahme des Außer-Haus-Konsums und der Verschärfungen des Nichtrauchergesetzes in Lokalen beachtlich“, so Thon.

Haben 2005 noch rund 65 % der Befragten angegeben, ihre „Tschickstummel“ einfach auf den Boden zu schmeißen, sind es im Jahr 2012 nur noch 14 %. Bereits 48 % geben an, ihre Zigaretten in einem Aschenbecher zu entsorgen. Auch das Wissen über die Strafen hat sich deutlich verbessert. So wissen heute bereits 55 % der RaucherInnen, dass es strafbar ist, einen Zigarettenstummel aus dem fahrenden Auto zu werfen. Hier drohen mind. 75 Euro Strafe, durch eine Lenkererhebung. Auch die Akzeptanz für Strafen ist überraschend hoch, so befürworten 80 % der Befragten eine Strafe für achtloses Wegwerfen von „Tschickstummeln“, selbst 70 % der
RaucherInnen sind dafür.

Die WasteWatcher schritten letztes Jahr insgesamt 5.800-mal wegen auf den Boden geschmissener Zigarettenstummeln ein: Knapp unter 4.000 Organstrafmandate wurden ausgesprochen 1.126 Anzeigen gelegt und rund 700 Ermahnungen ausgesprochen.
„Wir wollen in diesem Bereich noch besser werden und daher thematisieren wir die Tschickstummel in der aktuellen Kampagne“, so Sima.

„Wo samma daham?“: Hundekot ab ins Sackerl!

Ein „Dauerbrenner“ in Sachen Sauberkeitsdebatte ist der Hundekot. Auch hier hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel verbessert: Über 47.200 Stück Hundekotsackerln mit eindeutigem Inhalt finden täglich ihren Weg in die städtischen Papierkorbe, pro Jahr sind dies 17,2 Millionen Sackerln. Die Stadt erhöhte die Anzahl der aufgestellten Hundesackerlautomaten im Jahr 2012 auf insgesamt 2.970. Das Stadtgebiet ist damit bereits mit einem dichten Netz ausgestattet. HundebesitzerInnen können sich via online-Stadtplan (Internet und 48er-App) über das Angebot entlang ihrer Gassi-Strecken informieren.

66 Prozent der Bevölkerung empfindet eine deutliche Verbesserung der Hundekotproblematik durch die Einführung der WasteWatcher. 2012 kam es zu 1.131 Amtshandlungen der WasteWatcher aufgrund von Verunreinigungen mit Hundekot, wobei ca. 1.000 mit Organstrafmandaten in der Höhe von 36 € bestraft wurden.

Wiens Sauberkeitsmaßnahmen: Der Erfolg ist messbar!

Nicht nur bei Hundekot und Tschickstummel gibt es erfreuliche Verbesserungen, auch bei illegal abgestellten Kühlschränken und bei Einkaufswagerl ist ein positiver Trend zu verzeichnen. So finden sich heute 38 % weniger Einkaufswagerl als noch 2008 auf den Straßen und Gehsteigen, bei den Kühlgeräten sind es gar 68 % weniger.

Von Hundesackerlautomaten bis zu den Mistplätzen: Alle MA 48-Serviceangebote online und mit app
Die MA 48 ist stets bemüht, das Service noch weiter auszubauen, so auch die Information über die Entsorgungsmöglichkeiten. Dazu gibt es alle Infos praktisch online auf www.wien.gv.at/stadtplan/. Unter dem Karteninhalt “Saubere Stadt” sind sämtliche öffentlichen Altstoffsammelbehälter, Mistplätze, Problemstoffsammelstellen, Hundesackerlautomaten und öffentliche WC-Anlagen übersichtlich dargestellt. „Kein Dreck“ ist übrigens die neue app der MA 48 – mit allen Android-Smartphones und iPhones sind die vielen Service-Einrichtungen der MA 48 abrufbar.

Kampagne online: www.abfall.wien.at und auf Facebook
Die aktuelle Kampagne findet sich natürlich auch online – auf der der Homepage der MA 48 und auch auf facebook: www.facebook.com/die48er.
Im Kino gibt es einen Spot und auf youtube einen eigenen Rapp – der sehr anschaulich zeigt, dass es zu Hause niemand schmutzig haben will, im öffentlichen Raum die Toleranzgrenze bei so manchem aber eine andere ist …

Zero-emission bei der Wiener Abfallwirtschaft längst Realität

Wien wird Mitglied bei Arnold Schwarzeneggers NGO R20 – Hochrangig besetzte Konferenz Donnerstag und Freitag in der Aula der Wissenschaften

Seit vielen Jahren ist Wien führend in Sachen Klimaschutz und der Forcierung von Erneuerbaren Energien. Nun setzt Wien verstärkt auf internationale Vernetzung in diesen so zentralen Bereichen und wird daher Mitglied der “R20 Regions of Climate Action”, die von Arnold Schwarzenegger 2010 gegründet wurde. Von 31. Jänner bis 1. Februar findet in der Aula der Wissenschaften die internationale und hochrangig besetzte R20 Konferenz zu Klimawandel, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz statt. Umweltstadträtin Ulli Sima wird dort zwei große Projekte der Stadt Wien präsentieren. Darüberhinaus wird Wien auch Mitglied der Initiative von Schwarzenegger, der vor kurzem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der UNCA (United Nations Correspondent Association) den “Global Advocate of the Year 2012″ erhielt.

Die Idee hinter R20 ist, dort anzusetzen, wo in Sachen Klimaschutz ohnehin schon viel passiert: in den Regionen, bei lokalen Projekten, im städtischen Bereich oder bei Unternehmen. Dort sollen Initiativen und Modelle entwickelt werden und für deren Umsetzung Private und Firmen auf der einen sowie Banken und die Regionalpolitik auf der anderen Seite miteinander vernetzt werden. Inzwischen sind bereits 25 Mitglieder, 43 Partner und zwei nationale Regierungen der R20-Initiative beigetreten.

Bei der Konferenz Ende der Woche in Wien werden die erfolgreichsten und innovativsten Initiativen als Best-Practice-Beispiele präsentiert, neben Arnold Schwarzenegger werden auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EU-Kommissarin Connie Hedegaard, Unido-Generaldirektor Kandeh Yumkella, Gustaf Nobel vom Nobel Sustainability Trust, der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta und Bundeskanzler Werner Faymann erwartet.

Wien wird neben dem zukunftsweisenden Projekt EOS (“Energie Optimierung Schlammbehandlung”) der EbsWien Hauptkläranlage auch den zentralen Beitrag der modernen Wiener Abfallwirtschaft für den globalen Klimaschutz präsentieren.

Studie belegt: Abfallwirtschaft spart 550.000 Tonnen CO2-Äquivalente

550.000 Tonnen klimaschädigende CO2-Äquivalente „erspart“ die Wiener Abfallwirtschaft der Umwelt jährlich. Dies belegt eine aktuelle Studie der Firma denkstatt, die sowohl die vergangene Entwicklung von 2004 bis 2010 analysierte als auch einen – sehr erfreulichen – Ausblick auf 2020 gibt. Wiens Abfallwirtschaft über-erfüllt schon heute ganz klar unser Ziel der zero-emission city, die moderne Wiener Abfallverwertung spart dank modernster Technik viel mehr an schädlichen Gasen ein, als sie selber produziert. Denn während die Abfallbehandlung 420.000 Tonnen CO2-Äquivalente verursacht, werden auf der anderen Seite ganze 550.000 Tonnen gespart: Durch die Gewinnung von Fernwärme aus der Restmüllverbrennung, der Vergärung der Küchenabfälle in der Wiener Biogasanlage, die Mülltrennung und die Wiederverwertung der Altstoffe sowie die Anwendung von Kompost im biologischen Landbau. Somit ergibt sich am Ende des Tages ein Einsparungs-Überschuss von 130.000 Tonnen CO2-Äquivalenten: Diese Menge entspricht wiederum den Emissionen der Stromerzeugung für 130.000 Haushalte oder den Emissionen von 60.000 PKW, die jeweils 15.000 km fahren.

Die Studie „Klimarelevanz der kommunalen Wiener Abfallwirtschaft“ wurde im Auftrag der MA 22, der MA 48 und Wien Energie Fernwärme erstellt und belegt einmal mehr, wie vielschichtig und erfolgreich Wiens Klimaschutzpolitik ist. Im Jahr 2020 wird der Saldo dank Einsparungen im Bereich der kommunalen Abfallwirtschaft laut Studie durch weitere geplante Maßnahmen und Verbesserungen bereits bei rund 270.000 t CO2-Äquivalenten liegen. Das heißt, dass 270.000 Tonnen CO2 mehr eingespart als verbraucht werden.

Einsparungen übersteigen Treibhausgas-Emissionen

Schon seit vielen Jahren wird die Treibhausbilanz der kommunalen Wiener Abfallwirtschaft detailliert analysiert und im Zuge der Klimaschutzpolitik werden viele Maßnahmen gesetzt, um noch mehr klimaschädigendes CO2 zu vermeiden. Ende 2011 wurden die Daten aus dem Jahr 2010 umfassend untersucht, betrachtet wurden ausschließlich kommunale Abfälle aus Wien, welche durch die MA 48 gesammelt werden: Hausmüll, Spitalmüll, Sperrmüll, Straßenkehricht, Papier, Biomüll, Metall, Kunststoffe, Glas und Problemstoffe aus Haushalten. Dabei wurde zwischen klimarelevanten Treibhausgasemissionen – aus fossilen Quellen wie Methan und Lachgas – und nicht klimarelevanten Treibhausgasemissionen –biogenen Ursprungs – unterschieden. Die MA 48 sammelt pro Jahr ca. 500.000 Tonnen Restmüll und verwertet diesen seit Herbst 2008 zur Gänze in den Wiener Müllverbrennungsanlagen, natürlich unter Einhaltung höchster Umweltstandards, wobei saubere Energie in Form von Wärme und Strom gewonnen wird.

Gutschriften durch thermische Verwertung, durch Trennung der Altstoffe und Kompostierung

Sauberer Strom und wohlige Wärme aus der thermischen Verwertung des Restmülls
Die kommunale Wiener Abfallwirtschaft zeigt deutliche CO2-Einsparungen verursacht durch Gutschriften aus den modernen thermischen Abfallbehandlungsanlagen Spittelau, Flötzersteig, Simmeringer Haide und Pfaffenau sowie den Wirbelschicht- und Drehrohröfen. In diesen Anlagen wird der Energieinhalt des Abfalls in Fernwärme, Fernkälte und Strom umgewandelt. Andernorts muss dadurch weniger Wärme und Strom aus fossilen Energiequellen erzeugt werden, was sich positiv auf den Klimaschutz auswirkt.
Die Wiener Verbrennungsanlagen erzeugen über 1,2 Mio. MWh an Wärme, rund 81.000 MWh an Strom und 38.000 MWh an Fernkälte.
Wien hat mit einer Länge von 1.169 Kilometer eines der größten Fernwärmenetze in Europa. Wien Energie Fernwärme beliefert über 328.000 Wohnungen – das sind rund ein Drittel aller Haushalte in der Stadt – und mehr als 6.400 Großkunden-Objekte mit Wärme für Heizung und Warmwasser. Dabei kommt rund ein Drittel der erzeugten Wärme aus der thermischen Abfallbehandlung sowie der erneuerbaren Energieerzeugung des Wald-Biomassekraftwerks und der Biogasanlage in Simmering.
Darüber hinaus liefert Wien Energie Fernwärme mit Fernkälte seit 2009 auch umweltfreundliche Gebäudeklimatisierung für Großkunden. Derzeit sind 28,1 MW in Betrieb. Die Kältezentrale in der Abfallbehandlungsanlage Spittelau mit 17 MW Kälteleistung versorgt über Kälteleitungen Einrichtungen wie das AKH Wien, die Universität für Bodenkultur oder das Ö3-Gebäude. Das Ziel ist der Ausbau der Fernkälte auf 200 MW Kälteleistung bis 2020. Dazu sind bereits weitere Projekte in Bau oder kurz vor Fertigstellung: Schottenring (15MW), Hauptbahnhof (20 MW), Renngasse/Signa (6MW), Rudolfstiftung (7,6 MW), Modegroßcenter (2,3 MW).

Getrennte Sammlung spart 75 000 Tonnen CO2-Äquivalente
Bereits vor über 30 Jahren wurde in Wien mit der Einführung der getrennten Sammlung begonnen, der Vollausbau war mit der Einführung der flächendeckenden Sammlung von biogenen Stoffen 1991 abgeschlossen. Die Sammelsysteme wurden im Laufe der Jahre ständig optimiert und an die geänderten Rahmenbedingungen angepasst. So stehen den Wienerinnen und Wienern aktuell mehr als 203.000 Altstoffbehälter für die getrennte Sammlung zur Verfügung.
Die Wienerinnen und Wiener sind bereits fleißige Mülltrenner, sie sammeln pro Jahr über 350.000 Tonnen an Altstoffen. Das ist international gesehen ein tolles Ergebnis für eine Großstadt. Dennoch kann dies weiter gesteigert werden, weil immer noch Plastikflaschen, Dosen oder auch Glasflaschen im Restmüll landen. Diese Verpackungen können dann nicht recycelt werden. Aber nicht nur der wichtige Sekundärrohstoff geht somit verloren: So wird etwa für die Herstellung von Aluminium aus Bauxit und die Produktion von Glas aus dem Schmelzprozess von Quarz, Kalk und Soda um etliches mehr Energie benötigt als bei der Verwendung von Sekundärrohstoffen aus Altstoffen zur Produktion neuer Produkte: So werden zum Wiederaufschmelzen von Aluminium nur etwa fünf Prozent der Energie verbraucht, die man zur Herstellung der gleichen Menge aus Hüttenmaterial benötigt. In Österreich produzierte Glasverpackungen bestehen zu rund zwei Drittel aus Altglas. Durch diesen Altglasanteil werden bei der Neuproduktion von Glasverpackungen rund 20 % an Energie und 46 % an CO2-Emissionen eingespart.
Durch die getrennte Sammlung werden wertvolle Altstoffe wieder verwertet und ersetzen somit Primärrohstoffe. Diese Einsparung von Ressourcen und Energie führte in Summe zu rund 75.000 t CO2-Einsparungen im Jahr 2010.

Kompostierung für den Klimaschutz
Hinsichtlich Klimaschutz profitiert die Stadt Wien von der geschlossenen Bioabfallkreislaufwirtschaft (Bioabfallsammlung, Kompostierung, Kompostanwendung im biologischen Landbau) durch die Schaffung von Kohlenstoffsenken (C-Fixierung im Boden), durch kurze Transportwege und durch die Substitution von mineralischem Dünger. Auch reduziert sich der Methanaustrag bei den Abbauprozessen bei geordneten Rottebedingungen (wie z.B. im Kompostwerk Lobau) im Vergleich zu kleinen Eigenkompostanlagen.
Auch bei der Anwendung von Kompost im privaten Bereich (Hausgärten, Blumenkisten) reduziert sich der Verbrauch von Torf, was ebenfalls klimarelevante Vorteile bringt.
Ausgangsmaterial für Wiener Kompost und daher auch für die Blumenerde “Guter Grund” sind die rund 115.000 Tonnen an Bioabfällen, die die MA 48 in den über 70.000 Biotonnen im Grüngürtel der Stadt sammelt. Im Kompostwerk Lobau der MA 48 entstehen daraus jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen Kompost höchster Qualität, der sogar für den biologischen Landbau geeignet ist. Hier wird das Rohmaterial auf einer Fläche von 52.000 Quadratmeter während der so genannten Haupt- und Nachrotte mit Hilfe von Umsetzmaschinen “umgesetzt”.
Sämtliche Maschinen hierfür werden umweltfreundlich mit Biodiesel betrieben. Der Clou daran: Der Biodiesel wird aus zirka 320.000 Kilogramm Altspeiseölen und –fetten hergestellt, welche jährlich von den Wienerinnen und Wienern bei der MA 48 abgegeben werden.
Die Abmischung der Erde findet in einem Erdenwerk ebenfalls im 22. Bezirk statt. Damit erfolgt der gesamte Biokreislauf – von der Sammlung in der Biotonne bis zur Verarbeitung der Erde und der Anwendung in Wiener Gärten und bei der Wiener Landwirtschaft – in Wien. Kürzeste Transportwege sind somit gesichert.
Bereits seit 1991 war in Wien die flächendeckende Biotonnensammlung voll ausgebaut, die Eröffnung des Kompostwerks Lobau erfolgte noch im gleichen Jahr. Im Jahr 1992 folgte die Inbetriebnahme der Bioabfallaufbereitungsanlage im Rinterzelt, wo das optimale Mischungsverhältnis durch Zugabe von Wasser und Strukturmaterial und die Zerkleinerung des angelieferten Grünschnitts erfolgt. Innerhalb von zwei Jahrzehnten wurden zwei Millionen Tonnen Biomaterial ins Kompostwerk Lobau angeliefert. Daraus entstanden 650.000 Tonnen Kompost, die an die Landwirtschaft, den biologischen Weinbau, an tausende Wienerinnen und Wiener über die Mistplätze und auch direkt zu Kleingärten sowie an Gemeinschaftsgärten weitergegeben wurden. Davon gelangten rund 400.000 Tonnen allein an die Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe der Stadt Wien (MA 49). Bereits seit zehn Jahren trägt das Kompostwerk Lobau das Österreichische Kompostgütezeichen.

Weiterer Ausbau für den Klimaschutz in Wien: Aussichten für das Jahr 2020:

Der positive Trend im Jahr 2010 setzt sich laut den Prognosen weiter fort. Aufgrund laufender technischer Verbesserungen der Verbrennungsanlagen (z.B. durch die Erneuerung der Turbine in der Müllverbrennungsanlage Spittelau, dem Ausbau der Fernkälte etc.), der Biogasanlage und bei der Betriebsführung der Kompostierung (Zusammenlegung der mechanischen Aufbereitung der biogenen Abfälle und des Kompostierungsprozesses im Kompostwerk Lobau) können weitere Gutschriften generiert werden. Weiters nehmen die Emissionen auf der Deponie Rautenweg über die Jahre laufend ab, da seit Herbst 2008 keinerlei organische Abfälle mehr abgelagert werden, aus denen sich Deponiegas bilden würde. Grund hierfür ist, dass die biologischen Abbauprozesse in den Alt-Ablagerungen mit der Zeit abnehmen, da kein zusätzliches organisches “Futter” in Form von unbehandeltem Restmüll mehr abgelagert wird. Betrugen die Salden im Jahr 2010 bereits beachtliche 130.000 t CO2-Äquivalente, so werden diese laut Prognose bereits rund 270.000 t CO2-Äquivalente im Jahr 2020 ausmachen. 375.000 t CO2-Äquivalente an Emissionen aus der Sammlung und Behandlung der Abfälle stehen rund 650.000 t CO2-Äquivalente an Einsparungen gegenüber.
Aktiver Klimaschutz ist für die Stadt Wien und sämtliche Player der Stadt Wien im Bereich der Abfallwirtschaft auch künftig eine zentrale Aufgabe.

Klimaschutz in Wien: Konkrete Maßnahmen mit konkreten Zielen

Von 1990 bis Ende 2011 konnten dank dem ambitionierten Klimaschutzprogramm der Stadt Wien bereits 3,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden. Werden die von der Stadt Wien beeinflussbaren Reduktionen an Treibhausgasen auf die Anzahl der Einwohner bezogen, dann zeigt sich, dass von 1990 bis 2009 eine Reduktion von 4,1 Tonnen auf 3,2 Tonnen pro EinwohnerIn erzielt werden konnte. Das entspricht einer Verringerung von rund 21 Prozent.
Aber das Klimaschutzprogramm der Stadt Wien war bisher nicht nur hinsichtlich der Reduktion von Treibhausgasen erfolgreich, sondern löste auch beträchtliche positive volkswirtschaftliche Effekte aus. Im Zeitraum 1999 bis 2011 lösten die umgesetzten Maßnahmen ein Investitionsvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro aus. Der Wertschöpfungseffekt betrug rund 18,7 Mrd. Euro. Damit konnten im Jahr 2011 mehr als 58.600 Arbeitsplätze gesichert werden.

Die gesetzten und die geplanten Maßnahmen zielen auf jene Bereiche ab, die tatsächlich im Wiener Einflussbereich liegen und durch Maßnahmen der Stadt bzw. des Landes Wien verändert werden können:

  • Weitere Erhöhung des Fernwärme-Anteils (derzeit 36 %)
  • Weitere Forcierung der thermischen Gebäudesanierung
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Reduzierung des PKW-Verkehrs und Forcierung des Umweltverbundes unter Einbeziehung von öffentlichem Verkehr, Radverkehr und FußgängerInnenverkehr
  • Mehr als Verdopplung der durch erneuerbare Energieträger bereitgestellten Menge an Endenergie gegenüber 1990.
  • Erstellung eines Versorgungssicherheitsplans für Energie: Aus Sicht des Klimaschutzes muss in diesem Plan den Themenbereichen „Energieeffizienz“ und „Erneuerbare“ breiter Raum gewidmet werden.

http://www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/
http://www.abfall.wien.at
http://www.regions20.org

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