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Voller Einsatz für die Wiener Umwelt – ein Streifzug durch das Jahr 2010

Wiener HundeführscheinUm Euch allen einen Einblick zu geben, was ich als für die Lebensqualität in dieser Stadt zuständige Stadträtin so alles auf meiner Agenda habe, habe ich für das Jahr 2010 eine Auswahl zusammengestellt: Ich habe einige unbequeme und kontroversielle Themen wie etwa den Hundeführschein angepackt und auch viele schöne Dinge wie etwa den neuen Yppenplatz auf dem Programm gehabt.
Nicht per Zufall wurde Wien auch heuer wieder zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität der Welt gewählt. Dahinter steckt harte Arbeit aller in dieser Stadt Verantwortlichen und natürlich auch meiner MitarbeiterInnen.

Viel Engagement haben wir heuer in den Hundeführschein für Kampfhunde gesteckt – bei der Volksbefragung im Februar haben sich 89 % der Befragten für einen solchen ausgesprochen. Meine Aufgabe war es, diesen Wunsch rasch umzusetzen – und das ist uns auch sehr gut gelungen, seit 1. Juli ist der Führschein für gewisse Hunde Pflicht, die Abwicklung funktioniert sehr gut. Ich bin froh, dass wir diese Maßnahme umgesetzt haben, wollen wir doch Ängste und Risken minimieren und das friedliche Miteinander von Hund und Mensch in unserer Stadt weiter verbessern.

Kampf gegen das AKW Mochovce

MochovceZentral war heuer auch unser Kampf gegen das slowakische Atomkraftwerk Mochovce, das nur 160 km entfernt von uns um 2 Blöcke erweitert werden soll. Nach der Teilnahme an der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung im Vorjahr, bei der über 200 000 (!)Wienerinnen und Wiener eine schriftliche Einwendung gegen Mochovce eingebracht haben, sind wir heuer vor allem international tätig gewesen. Mit dem italienischen Politaktivisten Beppe Grillo haben wir einen starken Verbündeten aus jenem Land gewinnen können, wo die Erbauer von Mochovce sitzen – aus Italien. Denn der dortige Energieversorger ENEL will den Schrottreaktor von Mochovce fertigbauen und zwar mit den Original-Bauteilen aus den 80er Jahren, die jahrzehntelang in irgendwelchen Hallen verrostet sind. Beppe Grillo kämpft in Italien gegen Mochovce und dort brauchen wir starke Verbündete. Außerdem haben wir vor dem Europäischen Gerichtshof die EU-Kommission geklagt, sie muss sich nun endlich mit den dramatischen Sicherheitsmängeln von Mochovce auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen!

51% Grünraum in Wien

Grünraum in der Stadt war heuer ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit. Unter dem Motto „Natur ist in. In Wien“ wollte ich den spürbaren Grünraum-Anteil – nämlich 51% – in der Stadt noch weiter erhöhen. Legendär waren die viele Parkfeste in allen 23 Bezirken mit vielen Umwelt- Infos und guter Musik mit Peter Rapp & Band. 20 000 Kletterpflanzen haben nach unsere Begrünungsaktion nun ein neues zu Hause in Wien und begrünen bisher kahle Wände oder Fassaden. Die Förderung für Innenhof- und Dachraumbegrünung habe ich heuer auf 200 000 Euro verdoppelt um noch mehr Grün-Oasen in die Stadt zu bringen. Außerdem haben ich heuer gemeinsam mit den StadgärtnerInnen 19 Parks neu eröffnet oder neu gestaltet wie etwa den Yppenplatz in Ottakring, nächste Woche eröffnen wir den Park beim Schloß Neugebäude in Simmering. Auch auf der Donauinsel, dem beliebten Freizeitparadies, war ich aktiv, dort gibt es seit heuer den neuen Familien-Badestrand und viele neue Stiegen und Pontons, damit man leichter losschwimmen kann. Ich war in meiner Freizeit selber oft auf der Insel und fühle mich dort immer wie im Urlaub.

Wasserversorgung auf höchstem Niveau

Neue Wasserbehälter am WienerbergApropos Urlaub. Immer wenn ich aus dem Ausland zurückkomme nach Wien, freue ich mich über das allerbeste Quell-Wasser aus der Wasserleitung! Unser Wasser kommt bekanntlich aus den Bergen in alle Wiener Haushalte. Unsere Förster bewirtschaften die Quellschutzgebiete in Niederösterreich und der Steiermark schonend und nachhaltig. Die Wiener Wasserwerke sichern mit 30 Wasserbehältern, dass auch zu Spitzenverbrauchszeiten genug frisches Wasser für alle zur Verfügung steht. Am Wienerberg haben wir heuer beide Kammern des Wasserbehälters renoviert, nun fasst er 42 Millionen Liter Wasser – und das im laufenden Betrieb. Besonders toll ist, dass wir nun auch die Oberfläche des unterirdischen Wasserbehälters am Fuße des historischen Wasserturm neu gestalten können – auf 15 000 m2 entsteht eine einzigartige Wasserererlebniswelt, der Wasserspielplatz-Wasserturm. Ich freue mich schon auf die Eröffnung zu Beginn der nächsten Badesaison: Wasserfälle, Teiche, Brücke und Gatschzonen werden Kinderherzen höher schlagen lassen.

Nicht nur die WasserVERsorgung ist in Wien top, auch die Abwasserentsorgung wird auf höchstem Umweltniveau abgewickelt. Täglich wird etwa eine halbe Milliarde Liter Abwasser sicher und umweltgerecht zur EbS Wien Hauptkläranlage transportiert. 2010 lag unser Schwerpunkt im Kanalausbauprogramm in der Wien Donaustadt. Die Kanalbauprojekte Neuessling, Leopoldauer Sammelkanal und Naufhartweg bildeten mit Investitionen von 8 Millionen Euro einen Schwerpunkt in diesem Jahr. Da die Arbeit der Kanalarbeiter ja weitgehend unter der Erde passiert und die Menschen davon nicht viel mitbekommen, haben wir im Rahmen der Dritte Mann Tour am Wiener Karlsplatz die Möglichkeit geschaffen, Einblicke in den harten Alltag der Wiener Kanalarbeiter zu gewähren. Heuer ist die Tour übrigens noch attraktiver und authentischer – ein Besuch am Originalschauplatz des Filmhits lohnt sich auf jeden Fall.

Stoff statt Plastik

Ottakring gibt StoffVorangetrieben haben wir heuer auch wieder die Mülltrennung, denn sie ist eine wesentliche Entlastung für unsere Umwelt, die Altstoffe werden wieder verwendet, aus Plastikflaschen werden wieder Flaschen. Wir machen es den Wiener auch leicht, über 200 000 Altstoffsammel Container und 19 Mistplätze stehen zur Verfügung. Heuer haben wir uns noch ein weiteres praktisches Angebot einfallen lassen – die hübsche orange Sammeltasche, die wir gemeinsam mit der ARA an die Haushalte verschickt haben. Mit ihr kann man auch auf kleinstem Raum Glas, Dosen, Plastik sammeln und praktisch zur nächsten Sammelstelle tragen. Neben der Mülltrennung ist mir natürlich die Müllvermeidung ein ganz wichtiger Punkt. Denn der beste Müll der, der gar nicht entsteht und daher unterstütze ich auch immer wieder Maßnahmen in diese Richtung. Sehr nett war dabei heuer die Aktion der roten Stoffsackerl in meinem Heimatbezirk Ottakring: „Ottakring gibt Stoff, diese Stofftasche erspart der Umwelt 500 Plastiksackerl“, lautet der Slogan auf den Taschen, die seit Herbst am Brunnenmarkt und Umgebung im Einsatz sind.

Wien ist sauber

Wien räumt aufWie auch die Jahre davor haben wir auch im Bereich der Sauberkeit wieder eine Vielzahl von Aktivitäten gesetzt – Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt und damit das so bleibt, sind wir auch permanent dran: Sehr erfolgreich waren wir in Sachen Hundekot, eine Studie belegt, dass täglich (!!!) über 47200 Sackerl mit eindeutigen Inhalt in Wiens Mistkübeln landen. Eine unglaubliche Zahl – die Maßnahmen wirken, davon können sich alle jeden Tag auf der Straße und auf den Gehsteigen überzeugen. Denn mittlerweilen ist es fast allen klar: In Wien muss man sich jeder an die Sauberkeitsspielregeln halten. Kontrolliert werden diese von den WasteWatchern – die bei der Bevölkerung äußerst beliebt sind – und das obwohl sie eigentlich eine Straftruppe sind. Doch das zeigt einmal mehr: Jeder will es sauber haben auf den Straßen, Gehsteigen und in den Parks.

Zentraler Bestandteil der Sauberkeitskampagnen ist im Frühjahr immer die Aktion „Wien räumt auf! Mach mit!“ – wo heuer über 10 000 Menschen mitgeputzt haben, eine tolle Sache! Damit schaffen wir Bewusstsein für die Sauberkeit in der Stadt, die bekanntlich ebenfalls ein aktiver Beitrag zur Lebensqualität Wiens ist. Sowie es auch die umweltfreundliche Fortbewegung ist – dazu haben wir heuer erstmals E-Bikes gefördert: über 1900 Förderanträge haben wir bereits bearbeitet!

Umweltschutz für die Kleinen

Müllmann KurtAls Mutter zweier Kinder ist mir eines ganz wichtig: Schon die Jüngsten für Umweltschutz zu begeistern. Ich habe daher schon vor vielen Jahren das EULE-Programm gestartet. Es umfasst ein ganz breites Angebot vom Müllkasperl über die Kanalbaustelle, über Wald- und Wasserschule bis hin zum Kinderbauernhof am Cobenzl. Mit Spiel und Spaß möchte ich den Kids vermitteln, was aktiver Umweltschutz ist. Aus ihnen sollen schließlich umweltbewusste Erwachsene werden. Ja und aus Erfahrung weiss ich, dass Kinder ja auch ihre Eltern „erziehen“ … Das neueste Angebot der EULE ist übrigens das pixiartige Büchlein „Kurt. Mein Freund von der Wiener Müllabfuhr“, in dem wir den Kindern alles über Mülltrennung, Müllentsorgung und Sauberkeit in der Stadt vermitteln wollen.

Ich könnte die Liste unserer Aktivitäten noch endlos fortsetzen, die Bilder zeigen, dass sich viel getan hat im Lebensqualitätressort – und vieles haben wir noch vor: Gemeinsam mit den Wienerinnen und Wienern. Denn das ist mein Ansatz – gemeinsam gestalten und gemeinsam viel erreichen. Für unser Wien.

Das erste Halbjahr in Bildern

  • http://martina-wild.magix.net/ Martina Wild

    nun mit den neuen Plakaten “Hundehäufchen in Kugel” haben Sie es wieder auf den Punkt gebracht, man könnte wirklich meinen, wir sind auf der Insel der Glückseligen gelandet, denn wenn das die einzige Sorge einer Stadt ist. Aber wenn Sie schon so gerne die Menschen aufrütteln und zur Sauberkeit erziehen wollen, hätte ich jetzt gerne einmal plakatiert, was der Mensch an so einem Wochenendausflug hinterläßt, z.B. zersplitterte Bierflaschen, Reste der genossenen Mahlzeit in der Wiese, Verpackungsmaterialen und daneben der leere Mülleimer. Aber das ist ja nicht so ein polarisierendes Motiv nicht wahr sehr geehrte Fr. Sima. Hören Sie endlich auf unsere Vierbeiner, die ein Teil unserer Kultur sind, als permanent kackende und beißende Bestien hinzustellen und besinnen Sie sich auf´s Wesentliche.

    mit freundlichen Grüßen
    M.Wild

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