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Tierschutz in Wien: Miteinander von Mensch und Tier in der Großstadt

Tierschutzstadträtin Ulli SimaDas friedliche Miteinander von Mensch und Tier steht im Mittelpunkt meiner Tätigkeiten im Tierschutzbereich, für die ich seit November 2010 verantwortlich bin. Mit der Materie des Tierschutzes befasse ich mich schon lange, habe ich doch als SPÖ-Tierschutzsprecherin im Parlament 2004 das bundeseinheitliche Tierschutzgesetz mitverhandelt und in einem legendärem nächtlichen Sitzungsmarathon schließlich viel erreicht für die Tiere in ganz Österreich.

So haben wir beispielsweise die Legehennen-Batterien abgeschafft, die Etablierung von weisungsfreien Tierschutzobleuten in den Ländern verankert und generell das heillose Durcheinander der Landesgesetzgebungen abgeschafft. Verboten haben wir zudem Elektroschockgeräte für Hunde und den Verkauf von Katzen und Hunden in Zoogeschäften – wenngleich diese Regelung bedauerlicherweise wieder aufgeweicht wurde.

Synergien von Umwelt- und Tierschutz nutzen

Es bleibt natürlich noch viel zu tun beim Tierschutz. Umso mehr freut es mich, dass ich nun auch in Wien für den Tierschutz zuständig bin. Das Themenfeld passt gut zu meinen bisherigen Agenden im Umweltbereich, hier können wir Synergien sicher gut nutzen, in den Bereichen Artenschutz und Tierschutz gibt es viele Überschneidungen.

Spielregeln einhalten – bester Schutz für die Tiere in Wien

Wichtig sind mir die Spielregeln, die von allen Beteiligten eingehalten werden müssen, denn nur so ist das friedliche Miteinander machbar. Gerade im urbanen, oft engen Raum ist die Tierhaltung und der Tierschutz eine besondere Herausforderung. Es gibt eine Vielzahl von Themen, die am Tisch liegen – nicht zuletzt das Thema der Heimtierversorgung. Hier hat meine Vorgängerin Sandra Frauenberger, die tolle Arbeit geleistet hat, einen Arbeitskreis eingerichtet, um den tatsächlichen Bedarf zu erheben. Auf Basis der Ergebnisse, die noch nicht vorliegen, werden wir weitere Schritte entscheiden. Entscheiden werden wir dann auch, wie es mit dem Tierschutzhaus weitergehen soll.
Mir geht es um die beste Versorgung der Tiere in Wien und ich bin um breite Kooperation mit den TierschützerInnen bemüht.

TierQuarTier Wien: Ein neues Tierschutz-Kompetenzzentrum für Wien

Ein Meilenstein für die Tierversorgung in Wien wird das TierquarTier, das neue Tierschutz-Kompetenzzentrum, das wir gemeinsam mit der Tierschutzstiftung im Norden Wiens errichten. Um unsere gesetzliche Verpflichtung zur Versorgung der herrenlosen, entlaufenen, beschlagnahmten und gefährlichen Tiere bestmöglich erfüllen zu können, haben wir mit vielen Experten an dieser Neuausrichtung gearbeitet und uns internationale Beispiele angeschaut. Spatenstich für das neue Haus ist im Frühjahr 2013, bezugsfertig wird es 2015 sein. Konzipiert ist es für über 150 Hunde und knapp 300 Katzen sowie Kleintiere. Das Grundstück befindet sich auf der Breitenleer Straße, Nähe der Kreuzung Süßenbrunner Strasse und ist gut öffentlich mit dem Bus (24A, Station Oberfeld und 86A, Station Arnikaweg) erreichbar. Die Tierschutzstiftung hat eine große Bausteinaktion gestartet und hofft auf breite Unterstützung durch die TierfreundInnen – alle Infos auf www.tierquartier.at

Strenger Schutz für Wiens Fiaker!

Mit der Novelle des Fiakergesetzes werden wir den Schutz der Fiakerpferde in Wien weiter verbessern. Der Großteil der Fiaker hält sich bereits an die gesetzlichen Bestimmungen und achtet auf das Wohl ihrer Tiere, einige schwarze Schafe gibt es aber immer wieder. Diese werden wir mit verschärften Kontrollen und strengeren Auflagen zum Wohl der Tiere ins Visier nehmen.

Bewusstseinschaffung schon bei den Jüngsten

Ganz zentral ist mir die Bewusstseinsbildung – schon bei Kindern und Jugendlichen. Damit habe ich auch im Umweltbereich schon viel erreicht – im Rahmen des umfassenden Umweltbildungsprogramm EULE gibt es eine Vielzahl von Angeboten, um die jungen Menschen in der Stadt für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Das will ich auch im Tierschutzbereich intensivieren. Auch hier gibt es schon etliche gute Projekte, die es auszubauen gilt. Konkret etwa den Tierschutz in den Schulen aber auch mit vielen anderen Maßnahmen, um gerade den Stadtkindern die Tiere und deren Bedürfnisse näher zu bringen. Immer wieder sehe ich am Kinderbauernhof der Stadt Wien, am Cobenzl, Kinder, die noch nie in ihrem Leben echte Schafe oder Ziegen gesehen, geschweige denn gestreichelt haben!

Erfolgsmodell Hundeführschein – Evaluierung 2013

Schon bisher war ich als Umweltstadträtin für einige Bereiche im Tierschutz zuständig – etwa in der Frage des verpflichtenden Hundeführscheins, den wir in Wien nach dem überwältigendem Votum von 89 % bei der Volksbefragung 2010 eingeführt haben. Über 4000 KampfhundebesitzerInnen haben den Schein mittlerweilen bereits absolviert, die Umsetzung klappt perfekt und wir minimieren mit dieser Maßnahme Ängste und Risken. 2013 werden wir diese Maßnahme evaluieren und weitere Schritte überlegen. Tausende HundebesitzerInnen haben den Führschein übrigens bereits freiwillig gemacht – und tragen auch damit zu diesem positiven Miteinander aktiv bei.

Mir ist jede Maßnahme willkommen, die dazu beiträgt, das friedliche Miteinander in unserer Stadt weiter zu fördern, Wien ist im Tierschutz – und nicht nur hier – schon heute international vorbildlich. Aber man kann bekanntlich immer noch besser werden – und das ist mein erklärtes Ziel! Gemeinsam mit allen TierschützerInnen, den vielen Organisationen und Vereinen werden wir das schaffen.

Viele Infos zum Tierschutz in Wien und vielen Serviceangeboten finden Sie auf www.tierschutzinwien.at oder www.tieranwalt.at

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