
Die Auszeichnung für Wien als sauberste Stadt durch die Wiener Fremdenführer im Vorjahr war schon ein besonderes Ereignis für mich. Die Anstrengungen der letzten Jahre haben sich gelohnt – und nicht nur unsere Gäste, auch die Wienerinnen und Wiener schätzen das hohe Sauberkeitsniveau unserer Stadt. Oft verdeutlicht auch ein Kurzbesuch im Ausland den Un-terschied – Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt!
Natürlich ist nicht alles perfekt, aber wir sind auf einem sehr guten Weg. Wer hat vor fünf Jahren einen Hundebesitzer gesehen, der das Gackerl seines Vierbeiners ins Sackerl gibt? Heute ist das für viele schon selbstverständlich, zugegeben nicht für alle. Aber daran arbeiten wir täglich. Damit Wien noch sauberer wird. Unser Angebot steht und jeder muss sich an die Sauberkeitsspielregeln in dieser Stadt halten.
Wer das nicht kapiert, der muss mit saftigen Strafen rechnen. Ich weiß noch gut, welch kontroversielle Debatten es vor der Einführung der WasteWatcher gab. Heute halten über 86 % der Wienerinnen und Wiener die WasteWatcher für eine „gute Sache“ – ein sensationeller Wert für eine Truppe, die Sauberkeits-Verstöße straft …
Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt, damit das so bleibt, hat die Stadt Wien das Angebot in den letzten Jahren enorm ausgeweitet, es wurde ein 5 Mio. Sauberkeits-Paket im Rahmen der “Aktion saubere Stadt” geschnürt. Dieses reicht von der Aufstockung der Mit-arbeiterInnen der Straßenreinigung von bislang 1.000 um weitere 200 Personen über 1.000 neue Mistkübel zu den bisher 14.000 Kübeln bis hin zur Gründung einer schnellen Eingreif-truppe, der sogenannten Kehrforce. Es gibt 19 Mistplätze, an denen Müll abgegeben werden kann, zudem mobile Problemstoffsammelstellen in den Bezirken. Die umweltgerechte Ent-sorgung der Altstoffe wird den WienerInnen überhaupt leicht gemacht, die MA 48 betreut in Summe rund 400.000 Behälter, insgesamt 197.000 Sammelbehälter allein für die getrennte Sammlung von Altstoffen auf Liegenschaften und mehr als 6.000 öffentlichen Sammelstellen. Für die Hundebesitzer gibt es mittlerweile über 2400 Hundesackerlautomaten, die kostenlos Sackerl für die Hinterlassenschaften der Hunde bereitstellen.
19 Mistplätze: http://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/entsorgung/mistplatz/adressen.html
Problemstoffsammel-Stellen in Wien: http://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/entsorgung/problemstoffsammlung/prosa.html
Mistplatz ABC – alle Infos zum Mülllsammeln: http://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/entsorgung/mistplatz/mistplatzabc.html
Kontrolliert werden die Regeln von den WasteWatchern, die seit Februar 2008 als im Einsatz sind. Bislang haben sie über 10 000 Amtshandlungen gesetzt. Sie sind in zivil als auch in Uniform unterwegs.
Schwerpunkte sind illegal abgelagerter Sperrmüll, “entführte” Einkaufswagerl und nicht weggeräumter Hundekot. Ein Organmandat kostet 36 Euro, die WasteWatcher als kontrollierende Organe können auch Anzeige erstatten. Die Anzeigen können sich auf bis zu 1.000 Euro belaufen, in besonders schweren Fällen verdoppeln.

1)
Eine Baufirma lagerte im 2. Bezirk Bauschutt, offene Zementsäcke neben einer genehmigten Baustelle in Baumscheiben. Aufgrund der Verunreinigung bekam die Baufirma eine Anzeige, die mit 220,- rechtskräftig abgeschlossen wurde.
2)
Ein Mann verlagerte im 16. Bezirk schmutzige, mit Chemikalien versehenes Was-ser, sowie Abfälle seines Fleischwarengeschäftes auf die Fahrbahn und wurde von den Überwachungsorganen dabei gesehen. Der Herr zeigte sich trotz Rechtsbeleh-rung uneinsichtig und bestand darauf angezeigt zu werden. 75,- Euro rechtskräftige Strafe war die Folge.
3)
2 Plakatierer beklebten die Wand einer Unterführung im 22. Bezirk und wurden dabei auf frischer Tat ertappt. Jeder der beiden bekam 75,- Strafe.
4)
Ein Mann räumte im 15. Bezirk ein Kellerlokal und ließ die halbe Einrichtung am Gehsteig stehen. Nach einem Hinweis der dort lebenden Anrainer konnten die Über-wachungsorgane durch Beweismittel und mit Hilfe der Anwohner den Verursacher eruieren. Dieser wurde angezeigt und bekam 330,- rechtskräftige Strafe.
5)
Ein Hundebesitzer räumte im 10. Bezirk den Kot seines Hundes nicht weg und wurde von den Organen daraufhin angesprochen. Der Mann reagierte uneinsichtig und meinte, dass keine Hundesackerlspender vorhanden seien. Ihm wurde die Rechtslage erklärt und außerdem wurde er informiert, dass die Hundesackerlspender eine Gratis-Zusatzleistung der MA 48 ist, jedoch jeder Hundebesitzer ein Behelfnis zur Entfernung des Kotes selbst mithaben sollte. Übrigens befand sich nicht unweit ein Hundesackerlspender der Stadt Wien. Da die Ausweisleistung verweigert wurde, musste die Polizei zur Datenaufnahme hinzugeholt werden. Den Hundekot hob der Mann trotz Aufforderung nicht auf. – Anzeige mit 320,- rechtskräftig abgeschlossen.
6)
Im 15. Bezirk wurde eine Dame beobachtet, deren Hund in einer Baumscheibe kotete. Die Beamten warteten, ob die Dame vielleicht zum in der Nähe befindlichen Hundesackerlspender gehen würde. Da sie aber daran vorbeiging, wurde sie von den Organen angehalten. Trotz Aufforderung räumte sie den Kot nicht weg. Im Zuge des Anzeigeverfahrens stellte sich heraus, dass diese Frau bereits im Jahr 2008 rechtskräftig bestraft wurde und somit eine Wiederholungstäterin ist. Die Anzeige wurde daher diesmal mit 320,- rechtskräftig abgeschlossen. Da sie im Jahr 2008 mit 150,- bestraft wurde, hat sich die Strafe nun verdoppelt. Insgesamt musste sie für 2 Hundekothaufen 470,- bezahlen.