Was ist mit den Wiener Grünen los? Zuerst spalten sich die Grünen in den Bezirken und putschen gegen den eigenen Bezirksvorsteher. Dann wechselt auch noch ein Urgestein der Grünen zur Wiener SPÖ. Es sind noch wenige Wochen bis zur Wahl und die Grünen sind wieder einmal nur mit sich selbst beschäftigt. Umweltpolitik war bei den Wiener Grünen schon lange kein Thema mehr, schade eigentlich. Sind diese Grünen überhaupt noch grün?
In den Schlagzeilen waren sie in den letzten Wochen – abgesehen von den internen Streitereien und Abspaltungen – nur noch mit einer Maßnahme: Dem Strache-Vassilakou-Pakt, den die beiden vorm Sommer unterzeichnet haben.
In 10 Wochen wählt Wien. Die Grünen sind im Dauerstress. Aber nicht etwa wegen der Wahl zum Gemeindrat- und Landtag, sondern wegen interner Selbstzerfleischung. In den Bezirken geht es drunter und drüber. Parteichefin Maria Vassilakou muss tatenlos zusehen, wie nach dem kalten Putsch des Bezirksvorstehers im 8. Bezirk, nach dem Rückzug des Grünen Parteichefs in Ottakring es heute mit den grünen Internas in Mariahilf munter weitergeht: Dort werden heute Bezirksobmann Manfred Rakousky und einige seiner Mitstreiter aus der Grünen Partei ausgeschlossen. Die Grünen sind gespalten und in vielen Bezirken heillos zerstritten. Sie sind mit sich selbst beschäftigt – anstatt sich über die Stadt und die großen Herausforderungen für die Zukunft ihre Köpfe zu zerbrechen …
Die Wiener Grünen leiden wieder einmal an ihren Kinderkrankheiten: Öffentlich streiten statt konstruktiv arbeiten. Über Nacht sägen sie – wenige Monate vor der Wahl – in der Josefstadt den Bezirksvorsteher ab und ersetzen ihn durch einen politischen no-name. Interne Grabenkämpfe und Streitereien werden nach außen getragen, Grünen-Chefin Vassilakou hat ganz offensichtlich ihre Truppe nicht in Griff und definitiv nichts zu melden. Einmal mehr ist klar, dass die geschlossenen Truppe der SPÖ um Raphi Sternfeld die beste Wahl für den 8. Bezirk ist.