Der Kampf gegen Mochovce geht weiter!
Die Slowakei hat kürzlich im Alleingang den Ausbau der Blöcke 3 und 4 von Mochovce durchgewunken, sie hat die Umweltverträglichkeitsprüfung einseitig für abgeschlossen erklärt. Nur 160 km von Wien entfernt soll nun ein Uralt-Reaktor fertiggebaut werden – obwohl zahlreiche Sicherheitsmängel nach wie vor völlig ungeklärt – und die Sicherheitszustände in der Tat dramatisch sind!
Katastrophaler Zustand des AKWs Mochovce
Im Jänner 2009 hatte ich mit einer kleinen Delegation von Nuklear-ExperInnen die Möglichkeit, mir den Zustand des Atomkraftwerks an unserer Grenze persönlich anzusehen. Der Zustand, den ich vor Ort vorfand, hat meine schlimmsten Befürchtungen weit übertroffen. Löcher in den Mauern, Wassereinbrüche, Rost, veraltete Technik und der komplett fehlende Schutzmantel haben mich mehr als erschüttert. Mir war damals sofort klar: Hier müssen wir als Land Wien entschieden reagieren!
Entschiedenes Auftreten gegen den Wahnsinn
Als Umweltstadträtin habe ich dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, um bei der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung aktiv mitzumischen. Wir haben eine große Einwendungskampagne organisiert, über 200 000 Wienerinnen und Wiener haben sich beteiligt und einen begründeten Einwand gegen den Fertigbau übermittelt.
Zugleich haben wir Lobbying auf allen Ebenen betrieben, wir haben einen starken Verbündeten in Italien gewinnen können: den italienischen Comedian und Aktivisten Beppe Grillo. Er ist deshalb ganz besonders zentral, weil ja der italienische Energieversorger ENEL als Mehrheitseigentümer von Mochovce den Weiterbau des Schrottreaktors betreibt. Somit brauchen wir natürlich gerade in Italien starke Mitstreiter!
Gemeinsam wollen wir so viele Menschen wie möglich über die Gefahr in unserer Nähe aufklären und dazu bewegen, mit uns gegen den Ausbau der Atomkraft zu kämpfen.
Unser Hebel derzeit ist die EU-Ebene, wir wollen mit dem neuen Energie-Kommissar Oettinger ein Gespräch führen, denn es kann nicht sein, dass die EU die drohende Gefahr ignoriert.
STRABAG: Auf keinen Fall das eigene Grab schaufeln!
Eines kann aber auf keinen Fall hingenommen werden. Mit dem Tochterunternehmen der STRABAG, der slowakischen ZIPP, würden wir als Österreicher uns das Atomkraftwerk ja selbst vor die eigene Tür bauen. Auch wenn es finanziell ein Großauftrag in der Höhe von kolportierten 88 Millionen Euro ist, muss uns doch unser Leben und die sorgenfreie und strahlungsfreie Zukunft unserer Kinder und der nächsten Generationen wichtiger sein als ein kurzfristig abgeschlossenes Geschäft.
Laut aktuellen Pressemeldungen wackelt der Auftrag für die STRABAG nun massiv! Das Verfahren wird vor die EU-Kommission gebracht, die entsprechenden Anträge liegen bereits vor. Das offizielle Österreich protestiert nämlich gegen den einseitigen Abschluss der UVP – Österreich ist Nachbarstaat und so kann man mit Nachbarn nicht umgehen!
Reaktoren 3 und 4 dürfen nicht ausgebaut werden
Der Prozess zur Verhinderung des Ausbaus von Mochovce ist leider sehr langwierig und schwierig. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass wir eine solche Fehlentscheidung mit enormen Konsequenzen für unser aller Lebensqualität und Gesundheit, nicht hinnehmen dürfen. Als Umweltstadträtin und Mutter zweier Kinder werde ich vehement weiterkämpfen!
































